Bei einem schweren Reaktorunfall kann radioaktives Material, unter anderem auch radioaktives Jod, freigesetzt und durch Wind über weite Strecken verbreitet werden. Diese Stoffe werden durch Einatmen und über die Nahrung in unserem Körper aufgenommen. Durch die zeitgerechte Einnahme von Kaliumjodidtabletten bei einer großräumigen Verstrahlung kann die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse verhindert werden und damit ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Strahlenbelastung erfolgen.
In Apotheken und Hausapotheken sind Kalium-Jodidtabletten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende kostenlos erhältlich. Ein Folder des Burgenländischen Zivilschutzverbandes informiert darüber. Kalium-Jodidtabletten dürfen nur auf ausdrückliche Anordnung der Gesundheitsbehörde eingenommen werden. Eine vorsorgliche Einnahme ist völlig sinnlos! Kinder sind stärker gefährdet als Erwachsene. Für die Gruppe der über 40-jährigen wird die Einnahme der Kalium-Jodidtabletten generell nicht empfohlen.
Kalium-Jodidtabletten sind keine universell wirksamen „Strahlenschutztabletten“. Sie schützen nur die Schilddrüse, nicht aber gegen andere radioaktive Substanzen und nicht gegen Strahlung, die von außen auf den Körper einwirkt. Aber gerade die Schilddrüse kann durch Jod 131 eine hohe Dosis bekommen und bedarf daher eines besonderen Schutzes. Zusätzlich erforderliche Schutzmaßnahmen wie vorübergehender Aufenthalt in geschlossenen Räumen und Nahrungsmittelkontrolle werden dadurch keineswegs überflüssig!
Auch Kalium-Jodidtabletten haben, wie alle Medikamente, nur eine begrenzte Haltbarkeit.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den BZSV. Dort ist auch der Folder „Kalium-Jodidtabletten“ kostenlos erhältlich.
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22. Februar 2018